Each-Way-Wetten erklärt: Die Kombination aus Sieg und Platz

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Die Each-Way-Wette war meine Rettung bei einem Rennen in Ascot. Mein Pferd gewann nicht, aber es wurde Dritter – und dank des Platzanteils meiner Wette ging ich trotzdem mit Gewinn nach Hause. Diese Wettart kombiniert zwei Wetten in einer und bietet ein Sicherheitsnetz, das besonders bei Außenseitern wertvoll sein kann.
In deutschen Galopprennen gewinnen Favoriten etwa 35 bis 40 Prozent aller Rennen. Das bedeutet umgekehrt: In 60 bis 65 Prozent der Fälle gewinnt nicht der Favorit. Each-Way-Wetten sind eine Antwort auf diese Unsicherheit – sie reduzieren das Risiko, indem sie auch Platzierungen belohnen. Aber diese Absicherung hat ihren Preis. In diesem Artikel erkläre ich, wie Each-Way funktioniert und wann sich diese Wettart wirklich lohnt.
So funktionieren Each-Way-Wetten
Eine Each-Way-Wette besteht aus zwei gleichhohen Einsätzen: einem auf den Sieg und einem auf einen Platz. Wenn Sie zehn Euro Each-Way setzen, zahlen Sie insgesamt 20 Euro – zehn für den Siegteil, zehn für den Platzteil. Diese Struktur ist wichtig zu verstehen, denn sie verdoppelt effektiv Ihren Einsatz.
Gewinnt Ihr Pferd das Rennen, gewinnen beide Teile. Der Siegeinsatz wird mit der vollen Quote ausgezahlt, der Platzeinsatz mit einem reduzierten Bruchteil der Siegquote – typischerweise ein Viertel oder ein Fünftel. Wird Ihr Pferd Zweiter oder Dritter (manchmal auch Vierter, je nach Feldgröße), verlieren Sie den Siegeinsatz, aber der Platzteil zahlt aus.
Die Platzquote wird berechnet, indem die Siegquote durch einen festgelegten Divisor geteilt wird. Bei einem typischen Rennen mit acht oder mehr Startern beträgt dieser Divisor fünf. Eine Siegquote von 10,00 ergibt also eine Platzquote von 2,00. Bei großen Handicaps mit 16 oder mehr Startern kann der Divisor vier sein, was die Platzquote auf 2,50 erhöht – ein erheblicher Unterschied, der Each-Way in großen Feldern attraktiver macht.
Die Anzahl der bezahlten Plätze variiert mit der Feldgröße. Bei fünf bis sieben Startern werden typischerweise zwei Plätze bezahlt. Bei acht bis fünfzehn Startern sind es drei. Bei sechzehn oder mehr können es vier sein. Diese Regeln unterscheiden sich zwischen Anbietern – prüfen Sie immer die spezifischen Bedingungen, bevor Sie wetten. Ein Anbieter mit günstigeren Each-Way-Konditionen kann bei dieser Wettart einen erheblichen Vorteil bieten.
Gewinnberechnung bei Each-Way: Beispiele
Konkrete Zahlen machen das Konzept greifbar. Ich zeige Ihnen drei Szenarien mit einer Each-Way-Wette von zehn Euro (also 20 Euro Gesamteinsatz) auf ein Pferd mit Siegquote 8,00.
Szenario eins: Ihr Pferd gewinnt. Der Siegeinsatz zahlt 80 Euro (10 mal 8,00). Der Platzeinsatz zahlt mit Platzquote 1,60 (Siegquote geteilt durch fünf) insgesamt 16 Euro. Gesamtrückzahlung: 96 Euro. Nach Abzug Ihres Einsatzes von 20 Euro bleiben 76 Euro Reingewinn. Der Umsatz pro Rennen erreichte 2025 einen Rekordwert von 34.549 Euro – ein Markt, in dem Each-Way-Wetten eine solide Nische haben.
Szenario zwei: Ihr Pferd wird Zweiter oder Dritter. Der Siegeinsatz ist verloren. Der Platzeinsatz zahlt 16 Euro. Nach Abzug des Gesamteinsatzes von 20 Euro haben Sie einen Verlust von vier Euro. Das Pferd hat nicht gewonnen, aber Ihre Verluste sind begrenzt – Sie haben nur 20 Prozent Ihres Einsatzes verloren statt 100 Prozent bei einer reinen Siegwette.
Szenario drei: Ihr Pferd wird Vierter oder schlechter (bei einem Rennen mit drei bezahlten Plätzen). Beide Teile sind verloren. Sie verlieren die vollen 20 Euro. Hier zeigt sich: Each-Way ist kein Rundum-Schutz, sondern eine partielle Absicherung.
Die Mathematik offenbart einen wichtigen Punkt: Each-Way-Wetten sind bei niedrigen Quoten oft ungünstig. Bei einer Siegquote von 3,00 ergibt sich eine Platzquote von nur 0,60 – Sie bekommen bei einem Platz weniger zurück als Ihren Einsatz. Each-Way macht erst bei höheren Quoten Sinn, typischerweise ab 5,00 oder 6,00.
Wann lohnt sich eine Each-Way-Wette?
Die Antwort hängt von der Kombination aus Quote, Feldgröße und Ihrer Einschätzung der Platzierungschancen ab. Ich nutze Each-Way in spezifischen Situationen, nicht als Standardansatz für jede Wette.
Große Handicaps mit vielen Startern sind ideales Terrain für Each-Way. Die Unsicherheit ist hoch, vier Plätze werden bezahlt, und oft gibt es Pferde mit attraktiven Quoten, die gute Chancen auf eine Platzierung haben. Ein Pferd mit Quote 15,00 in einem 20-Starter-Handicap ist ein klassischer Each-Way-Kandidat – die Siegchance ist gering, aber eine Platzierung durchaus realistisch.
Pferde mit konstanter Platzform, aber seltenen Siegen, eignen sich ebenfalls. Manche Pferde werden regelmäßig Zweiter oder Dritter, gewinnen aber selten selbst. Der Markt preist diese Eigenschaft oft nicht vollständig in die Quote ein – hier kann der Platzteil der Each-Way-Wette profitabel sein. Ich schaue mir die letzten zehn Starts eines Pferdes an: Wenn fünf oder mehr Platzierungen dabei sind, aber nur ein oder zwei Siege, ist das ein Indikator für einen guten Each-Way-Kandidaten.
Ich meide Each-Way bei niedrigen Quoten und kleinen Feldern. Bei einem Rennen mit sechs Startern und einem Favoriten mit Quote 2,50 macht Each-Way keinen Sinn – die Platzquote ist zu niedrig, und die Siegchancen sind bereits hoch eingepreist. Hier ist eine reine Siegwette oder gar keine Wette die bessere Wahl. Weitere strategische Überlegungen finden Sie in meinem Strategieleitfaden.
Die Buchmacher-Marge ist bei Each-Way-Wetten doppelt relevant, weil Sie zwei Wetten platzieren. Achten Sie auf Anbieter mit fairen Platz-Konditionen – nicht alle bieten dieselben Divisoren oder dieselbe Anzahl bezahlter Plätze. Ein Anbieter mit vier bezahlten Plätzen in großen Handicaps kann deutlich attraktiver sein als einer mit nur drei. Ich vergleiche die Each-Way-Bedingungen verschiedener Anbieter, bevor ich mich für einen entscheide.
Fragen zu Each-Way-Wetten
Die häufigsten Fragen zu Each-Way beantworte ich aus meiner praktischen Erfahrung.
Each-Way lohnt sich bei höheren Quoten (ab etwa 5,00 bis 6,00), großen Feldern und Pferden mit guten Platzierungschancen. Bei niedrigen Quoten oder kleinen Feldern ist die Absicherung den doppelten Einsatz oft nicht wert. Ich nutze Each-Way gezielt, nicht als Standard.
Die Anzahl der bezahlten Plätze hängt von der Feldgröße ab: typischerweise zwei bei fünf bis sieben Startern, drei bei acht bis fünfzehn, vier bei sechzehn oder mehr. Diese Regeln variieren zwischen Anbietern – prüfen Sie immer die spezifischen Bedingungen.
Nicht alle Anbieter bieten Each-Way für Pferderennen an, aber die meisten spezialisierten Pferdewetten-Plattformen tun es. Bei allgemeinen Sportwettenanbietern ist das Angebot unterschiedlich. Prüfen Sie die Wettoptionen vor der Kontoeröffnung, wenn Each-Way für Sie wichtig ist.
Wann lohnt sich eine Each-Way-Wette?
Bei höheren Quoten (ab 5-6), großen Feldern und Pferden mit guten Platzierungschancen. Bei niedrigen Quoten oder kleinen Feldern ist die Absicherung den doppelten Einsatz nicht wert.
Wie viele Plätze werden bei Each-Way bezahlt?
Typischerweise zwei bei 5-7 Startern, drei bei 8-15, vier bei 16+. Die Regeln variieren zwischen Anbietern – prüfen Sie immer die spezifischen Bedingungen.
Kann ich Each-Way bei jedem Anbieter wetten?
Die meisten spezialisierten Pferdewetten-Plattformen bieten Each-Way. Bei allgemeinen Sportwettenanbietern variiert das Angebot – prüfen Sie die Wettoptionen vor der Kontoeröffnung.